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28.01.12

Bunte Stelen im Dornröschenschlaf

Fast 10.000 Kunstleitpfosten wurden in der ganzen Region an kreative Bürger verteilt, manche davon zieren schon die Straßen. Doch wo hält sich eigentlich der große Rest bis zur Aufstellung versteckt?

Es ist dunkel in der Halle auf dem Kapp-Areal und ein wenig staubig. Doch sobald das große Tor geöffnet wird, erstrahlt der Raum in farbenprächtigem Glanz. Hunderte von Kunstleitpfosten aus Nagold sind hier gelagert, der Bauhof hat das Gebäude in der Herrenberger Straße für diesen Zweck extra angemietet. „Irgendwo müssen die Kunstwerke ja überwintern“, lacht Baubetriebshofleiter Gerhard Widmaier. Die Stelen sind nach Orten sortiert und nummeriert, damit man sie dem jeweiligen Künstler zuordnen kann – auf Wunsch kann man nämlich sein Werk nach der Landesgartenschau wieder abholen. Fast täglich werden es mehr: Erst letzte Woche hat der Bauhof über 200 Kunstleitpfosten in Öschelbronn und Nebringen abgeholt, die von Schülern gestaltet wurden. So füllt sich das Lager, und die Stelen warten geduldig auf das Frühjahr. Sobald die Bodenverhältnisse es zulassen, werden sie aus der Dunkelheit befreit und an verschiedenen Straßen und Plätzen aufgestellt, um die Besucher als Leitsystem in die Landesgartenschau-Stadt zu führen.

 

Doch nicht nur in der Halle werden die Stelen gelagert. In vielen Schulen, Kindergärten, Stadtteil-Rathäusern oder privaten Haushalten sind sie zu finden. „Viele bewahren ihre Pfosten lieber selbst auf“, weiß Georg Widmaier. Das bietet sich auch an, denn viele Stelen sollen in unmittelbarer Nähe des Schaffungsorts aufgestellt werden. Der entsprechende Platz wird von Projektleitung, Straßenmeisterei, den Bauhöfen und den Ortsteilen gemeinsam festgelegt. Allerdings sind dabei Vorschriften der Straßenverkehrsbehörde einzuhalten. Bei klassifizierten Straßen muss ein Mindestabstand zum Fahrbahnrand eingehalten werden: Bei einer Geschwindigkeitsbegrenzung von 70 Stundenkilometern beträgt dieser 4,50 Meter, bei 100 Stundenkilometern 7,50 Meter. Das erschwert manchmal die Standortsuche. „Doch keine Sorge, wir bringen alle unter“, verspricht der Baubetriebshofleiter.

 

In den kommenden Wochen werden nicht nur die Sternstraßen, die nach Nagold führen, aufgehübscht, sondern auch viele Plätze. Ein Gewaltakt für die Bauhöfe des Landkreises – aber Projektleiter Hermann Unsöld ist sich sicher: „Wir packen das!“ Ihm ist immer noch die Freude über den immense Beteiligung an der Bürgeraktion anzumerken: „Unser Ziel war es, 3.000 Pfosten zusammenzubekommen – jetzt sind es fast 10.000.“ Und es können immer noch mehr werden. „Wir sind jetzt im Endspurt“, sagt der Altensteiger Stadtbauamtsleiter, „bis Ende März können noch Kunstleitpfosten abgegeben werden.“