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26.01.12

Ein Dach für die Forstkugel

Wie eine fliegende Untertasse schwebt das Dach der Forstkugel in die Höhe. Es hängt an einem meterlangen Kran und wird vorsichtig auf den runden Holzkörper aufgesetzt. Planer Armin Bischoff strahlt: Endlich hat sein „Baby“ sein krönendes Haupt.

„Noch ein wenig nach links, stopp, wieder zurück.“ Armin Bischoff steht auf einem Gerüst, das mitten in der Forstkugel steht. Zehn Meter überm Boden, und über ihm pendelt das Dach. Jetzt muss es nur noch in Position gebracht werden. Dafür sorgt der Kranführer der Baufirma Rau. Endlich sitzt es an der richtigen Stelle, die Männer fixieren es erst provisorisch mit Schraubzwingen, später wird es fest mit den Holzstreben verschraubt. Schwindelfrei sollte man schon sein, wenn man hoch oben in der Forstkugel arbeitet. „Zehn Meter sind nun mal zehn Meter“, Armin Bischoff lacht.

 

Seit einigen Tagen sorgt der Schreinermeister aus Keltern mit Forstwirtschaftsmeistern und mehreren Auszubildenden des forstlichen Hauptstützpunkts Calmbach dafür, dass die Forstkugel ihren Namen auch verdient. Die gebogenen Holzbinder verleihen dem spektakulären Beitrag des Landesforts für die Landesgartenschau die runde Form, der Boden für die 70 Quadratmeter große Ausstellungsfläche ist gelegt. Alle Holzteile der mehrstöckigen begehbaren Kugel stammen aus heimischen Wäldern, vor allem Fichte und Douglasie kommen zum Einsatz. Allein das Dach besteht aus 99 Einzelteilen und wiegt 1,25 Tonnen. Das Aufsetzen bedeutet einen kleinen Meilenstein, denn jetzt kann auch die Außenwand in Angriff genommen werden. Die Seitenteile aus Holz und Glas liegen bereits bereit, Richtfest wird am 8. Februar gefeiert.

 

Der Großeinsatz mit Dach und Kran weckt auch bei den anderen Arbeitern im Riedbrunnenpark Interesse. „Ich bin ganz neidisch, an diesem Projekt hätte ich auch gerne mitgemacht“, sagt ein Zimmermann im Vorbeigehen. „Ja, die Kugel zieht viele neugierige Blicke auf sich“, bestätigt Armin Bischoff. Dabei war es lange nicht sicher, ob es möglich ist, eine Kugel aus Holz in dieser Größe zu bauen. Doch der Schreinermeister hielt hartnäckig an dem Gedanken fest, der ihm durch den Kopf schoss, als er zum ersten Mal mit Ralph Loth vom Landesbetrieb Forst Baden-Württemberg den Riedbrunnenpark besuchte und den Viadukt sah: „Hier eine Kugel reinzuhängen, wäre nett.“ Nun steht das Bauwerk nur wenige Meter von dem Wahrzeichen der Stadt entfernt und bereichert Nagold nicht nur während der Landesgartenschau, sondern auch darüber hinaus.