Burgruine Hohennagold
Obwohl die mächtige Burganlage, die vor fast 1.000 Jahren auf dem Schlossberg errichtet wurde, untrennbar mit Nagold und seiner Stadtgeschichte verbunden ist, ist sie in den vergangenen Jahrzehnten etwas in Vergessenheit geraten. Mit der Landesgartenschau wird sie jetzt aus ihrem Schlummer geweckt.

Hoch über der Stadt thront die Ruine der Burg Hohennagold. Schon von Weitem sind ihre stattlichen Türme zu sehen. Doch ihre tatsächliche Größe erkennt der Besucher erst beim Betreten der Anlage, die wohl zu Beginn des 11. Jahrhunderts als Herrschaftssitz der Nagolder Gaugrafen entstanden ist: Die im Osten gelegene Vorburg beherbergt Ruinen von Wehrtürmen und dem Zwinger; durch den Halsgraben getrennt, liegt westlich die Kernburg, die die Grundmauern diverser Gebäude enthält. Hinter der Schildmauer, die die Kernburg umschließt, befinden sich der runde Bergfried und ein Aussichtsturm. Von dort aus bietet sich ein herrlicher Blick über die ganze Stadt.
Lange verbarg sich das historische Schmuckstück hinter den dichten Schlossbergwäldern. Dass es nun so eindrucksvoll zur Geltung kommt, ist den Sichtachsen zu verdanken, die im Zuge der Landesgartenschau durch behutsame Eingriffe geschaffen wurden. Doch die Burgruine Hohennagold rückt nicht nur optisch wieder stärker in den Mittelpunkt, sondern auch infrastrukturell: In enger Abstimmung mit dem Naturschutz wird das bestehende Wegenetz verbessert, außerdem wird während der Ausstellungszeit ein regelmäßiger Shuttle-Verkehr eingerichtet. Schließlich ist die Anlage ein fester Bestandteil des Großereignisses und wird mit besonderen Höhepunkten „bespielt“.
Die Burgruine Hohennagold bleibt während der Ausstellung frei zugänglich - die Landesgartenschau-Gäste können also jederzeit die Naturschutz-Info besuchen, die mittelalterliche Bepflanzung im Burggarten bestaunen oder sich am bewirteten Kiosk in märchenhafter Atmosphäre stärken. Allerdings finden dort besondere Veranstaltungen statt, für deren Besuch eine gültige LGS-Eintrittskarte benötigt oder ein Sondereintritt erhoben wird. Dazu gehören etwa das Urschel-Musical, das Burgkonzert des Nagolder Kammerorchesters und ein mittelalterlicher Markt, und natürlich dürfen auch die Kelten mit ihrer „Living History“ und „Schwäbischen Highland-Games“ nicht fehlen. Eine Veranstaltung passt übrigens besonders gut zur neuen Rolle der alten Burgruine. Am 28. Juli präsentieren Christian Berg und Konstantin Wecker ihr Dornröschen-Musical „Wachgeküsst“.
Hinweis
Der Fußweg zur Burgruine Hohennagold beginnt im Stadtpark Kleb unmittelbar an der Schlossbergterrasse. Wem der steile Aufstieg zu beschwerlich ist, der kann den regelmäßigen Shuttle-Verkehr nutzen. Abfahrt ist an der Schiffsbrücke (Nähe Otto-Hahn-Gymnasium) täglich ab 11.06 Uhr jeweils zur Stunde 06 und 36. Der letzte Bus von der Burg zu den innerstädtischen Haltestellen fährt um 18.15 Uhr.




