Kelten auf der Landesgartenschau
Der keltischen Kultur, die in Nagold nachhaltige Spuren hinterlassen hat, wird auch auf der Landesgartenschau 2012 mit verschiedenen Elementen Rechnung getragen. Nicht zuletzt, weil ihr imposantestes Monument mitten auf dem Gelände liegt.

Aus vorchristlicher Zeit sind einige Spuren bekannt, die auf die Existenz eines frühkeltischen Machtzentrums in Nagold hinweisen. Dazu gehört auch der große Hügel am Nagoldufer, der auf das Grabmal eines unbekannten, aber sicherlich bedeutsamen Fürsten schließen lässt. Bekannt ist die Erhebung als „Krautbühl“ - der Name leitet sich von den Krautgärten ab, die die Wölbung bis 1986 bedeckten. Mit einem Durchmesser von 50 Metern und einer Höhe von 4,5 Metern gehört sie zu den größten und besterhaltenen frühkeltischen Grabhügeln überhaupt.
Welche Schätze sich unter der Erde verbergen, darüber kann nur gemutmaßt werden. Denn eine Ausgrabung der denkmalgeschützten Grabkammer verbietet sich. Gleichwohl: Für die Nagolder ist der „Krautbühl“ selbst das größte Juwel - und deswegen darf er dem im Zuge der Landesgartenschau um ihn herum entstehenden Park nicht nur seinen Namen, sondern auch eine deutliche Prägung geben. Der rund 2.500 Jahre alte keltische Fürstengrabhügel wird also freigestellt und so in die Gesamtgestaltung einbezogen, dass er optimal zur Geltung kommt. Vor seiner imposanten Silhouette laden Plätze, Sitzgelegenheiten und eine Info-Stele ein, sich intensiv mit dem Thema Kelten in Nagold zu beschäftigen. Darüber hinaus laufen lange, schmale Wölbgärten mit authentischer keltischer Bepflanzung strahlenförmig auf ihn zu. Und schließlich findet sich in seinem Schatten auch der „Formenkreis, keltisch“, ein außergewöhnliches Kunst-Objekt aus fünf Skulpturen. Parallel dazu wird im Museum im Steinhaus die Ausstellung „Vom Korn der frühen Jahre veranstaltet“. Wer auch immer unter dem „Krautbühl“ begraben liegt: Er hätte sich wohl nie träumen lassen, dass seine letzte Ruhestätte einmal zu einer solchen Beachtung kommt.




