Schrift anpassen      

Platanenkubus

Ein absolut einzigartiges Projekt ist der 1.000 Kubikmeter große Platanenkubus im Riedbrunnenpark, ein begehbares baubotanisches Bauwerk, das aus einer lebenden, pflanzlichen Struktur und stählernen Konstruktionselementen wie Treppen und Galerien besteht. Das Bauwerk zeigt eine Verbindung von Natur und Technik, die es so in der modernen Architektur noch nie gegeben hat.

 

Annähernd 1.000 junge Platanen wurden in sechs Ebenen übereinander angeordnet und bilden grüne Blätterwände, die einen Raum entstehen lassen, der wie eine künstlich gebildete Baumkrone wirkt. Die im Wind rauschenden Blätter erzeugen tanzende Schatten und eine kühle Atmosphäre, wie man sie beispielsweise aus natürlichen Wäldern kennt. Die Besucher dürfen drei Plattformen betreten und kommen so in unmittelbaren Kontakt mit einem Gebilde, bei dem technische Einrichtungen und wachsende Pflanzen verschmelzen. Denn die jungen Pflanzen sind so miteinander verbunden, dass sie sich in einen einzigen Organismus verwandeln. Gleichzeitig wächst die Stahlkonstruktion an definierten Punkten in die Pflanzenstruktur ein.

 

Auf diese Weise entsteht im Laufe der Zeit ein stabiles, sich selbst versorgendes Pflanzenkonstrukt, sodass nach und nach die anfangs notwendigen Pflanzbehälter und auch die stählernen Eckstützen entfernt werden können. Dieser Prozess wird während der Landesgartenschau bereits in Ansätzen sichtbar, da die Pflanzen an den Verbindungsstellen bereits erste Verwachsungen zeigen - insgesamt vergehen jedoch bis zu 20 Jahre, bis die Pflanzen eine entsprechende Tragfähigkeit erreicht haben. Umso wichtiger ist daher, dass das Bauwerk der Stadt Nagold dauerhaft erhalten bleibt, sodass der räumliche Wandel Jahr für Jahr beobachtet werden kann. Im Lauf der Zeit prägen die Pflanzen immer mehr die Erscheinung des Bauwerks, und es entsteht eine Baumkrone, die den Innenraum nach oben hin schließt.

 

 

Film-Beitrag: Deutsche Welle TV
über den Platanenkubus
 

 

 

Download

 

Broschüre_Platatenkubus